Spielideen für drinnen

Nasenarbeit im Haus

Der Hund lebt in einer Welt der Gerüche, die uns weitgehend verschlossen bleibt. Seine Fähigkeit Gerüche wahr zu nehmen, ist wesentlich weiter entwickelt als beim Mensch. Gerade deshalb sind Trainingseinheiten, die diese Fähigkeit des Hundes trainieren sehr lernintensiv und für praktisch jeden Hund, egal welche Rasse, Alter oder körperliche Fitness, geeignet.

Für einen Hund der diese Form der Arbeit noch nicht kennt, sollte man anfangs einfache Übungen machen. Einige Leckerlis werden vor seinen Augen in der Wohnung versteckt und der Hund darf sie anschließend suchen! Hat der Hund begriffen worum es geht kann man ihn während des Versteckens in ein anderes Zimmer setzen und die Orte schwieriger machen. Ein dreidimensionales Suchen, als auch mit Leckerlis auf erhöhten Positionen erfordert eine sehr genaue Ausarbeitung der Aufgabe oder auch ein Gegenstand der erst vor dem Leckerli entfernt werden muss, kann einen neuen Leistungsanreiz darstellen. Das Futter kann selbstverständlich auch mit größeren Distanzen oder über mehrere Räume verteilt ausgelegt werden.

Die Nasenarbeit ist mit einer anspruchsvollen Mathearbeit vergleichbar. Einer Spur zu folgen, um die Beute zu finden erfordert höchste Konzentration. Deshalb gilt auch hier der Grundsatz auf das richtige Maß zu achten! Zwei bis drei Durchläufe sind meist ausreichend und eine leichte Aufgabe zum Schluss erhält die Motivation.

Gehorsamsübungen im Haus

Für die meisten Hundebesitzer ist zwar wichtig, dass der Hund gut erzogen ist, aber das Training wird nur selten mit Spaß verbunden. Das ist allerdings ein Trugschluss. Die Grundkommandos zu perfektionieren oder neue Kommandos zu erlernen, kann sowohl Mensch als auch Hund viel Freude bereiten. Wichtig ist lieber einen Schritt zu weit hinten als zu weit vorne zu beginnen, um der Frustration erst gar keinen Weg in das Training zu gewähren.

Kann der Hund das Kommando „sitz“ schon schön, kann man langsam versuchen die Entfernung zum Hund zu vergrößern. Dabei gilt je kleiner die Schritte desto besser. Und mit jedem kleinem Fortschritt gibt es eine Belohnung für den Hund und eine freudige Erziehungsbestätigung für den Halter! Meist lernen die Hunde Kommandos in Verbindung mit der Körpersprache und damit ist nicht nur das Handzeichen gemeint. Versuchen Sie einmal ihrem Hund ein „Sitz“ abzuverlangen während Sie auf einem Stuhl sitzen, auf einem Bein stehen, auf dem Boden liegen oder, für Sportliche, einen Handstand machen. Er wird sich viel schwerer tun, da sie sonst unbewusst bei einem Kommando immer die gleiche Haltung einnehmen. Ein solches Training kann allerdings sehr hilfreich sein, wenn sie draußen einmal nur Ihre Stimme einsetzen können oder zum Beispiel mit dem Fahrrad oder Inlineskates mit dem Hund unterwegs sind.

Das Erlernen neuer Kommandos fördert die geistige Fitness des Hundes und das Hund-Halter-Team. Hierbei sind der Fanatsie ebenfalls keine Grenzen gesetzt.

Ist der Anfang erst einmal gemacht, können noch hunderte neuer Ideen bei Ihnen und Ihrem Hund folgen. Häufig bietet der Hund auch selbst Körperhaltungen oder Gesten an die sie bestätigen und mit einem Kommando belegen können. Hierzu zählt das Schütteln, aber auch Gähnen oder Bellen. Belohnen sie den Hund jedes mal, wenn er sich nach dem baden schüttelt, wird er anfangen das Verhalten häufiger zu zeigen und wenn sie dann jedes Mal ein Wort wie zum Beispiel „Schütteln“ zu ihm Sagen wird dies zum Kommando.

Agility im Haus

Agility ist eigentlich eine Hundesportart, die auf dem Hundeplatz statt findet. Beim Sprung über Hürden, dem Rennen durch Tunnel und über Rampen und Wippen lastet sich der Hund aus und erarbeitet sich zusammen mit seinem Besitzer den Parcours. Zu Hause kann man dem Hund auch einen Parcours bauen, um zum Beispiel eine Beschäftigung für Regentage zu haben. Hierbei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Ein Stuhl mit einer Decke darüber kann als Tunnel dienen, Plastikflaschen oder Stuhlbeine als Slalomstangen und ein Hocker als Plateau. Je nach Hundegröße können Schuhkartons, Getränkekästen oder zum Beispiel der Werkzeugkoffer oder Blumenkasten als Hürden dienen. Wichtig ist bei Sprüngen über oder auf etwas, keine Möbel oder Gegenstände zu verwenden, auf die der Hund sonst nicht darf, da er nach der Trainingseinheit eventuell versuchen wird den Hürdenhocker auch als Platz zum Schlafen zu verwenden.

Die Umrundung der Tischbeine kann eingebaut werden und neue Bewegungsabläufe, wie z.B. das Kriechen unter einem Teil des Sofas oder Bettes können eingebaut werden. Mit zwei sich gegenüberstehenden Stühlen können die Richtungsbezeichnungen trainiert werden. Der Halter steht in der Mitte und platziert an jedem Stuhl ein Leckerli. Anschließend schickt er den Hund mit „links“ und „rechts“ zur jeweiligen Seite.

Jede neue Trainingseinheit sollte langsam und mit viel Geduld und Leckerlis angegangen werden. Später können auch auf engem Raum die Hindernisse schon mit Kommandos, wie Tunnel, Plateau oder Slalom belegt werden. Kennt der Hund diese Wörter bereits, kann man als Halter die Distanz vergrößern und anfangen den Hund zu den einzelnen Hindernissen zu schicken.

Ein Einzeltraining mit vielen neuen Aufgaben ist sehr anstrengend für den Hund und sollte deshalb zeitlich eingeschränkt werden und immer mit einer leichten Aufgabe positiv beendet werden. Zwanzig Minuten angestrengt arbeiten, macht sehr viel müder und fördert und fordert die Konzentration mehr, als ein einstündiger Spaziergang! Bei jedem Training gilt der Vorsatz, Fordern ist gut, aber nie bis zum Überfordern!

Spielideen für draußen

Nasenarbeit im Freien

Ein Hund riecht um ein Vielfaches besser, als der Mensch und nimmt deswegen viele Informationen auf die seinem Besitzer verborgen bleiben.

Durch gezielte Übungen, die den Geruchssinn des Hundes fordern kann der der Hund sinnvoll und effizient beschäftigt werden.

Statt eines einfachen Spaziergangs kann der nächste Ausflug mit Ihrem Hund eine Kombination aus Gehorsam und sinnvoller Beschäftigung werden.

Zum Beispiel können Sie Leckerlis verstecken. Zu Anfang darf der Hund noch zuschauen, später gehen sie weitere Strecken, verstecken die Leckerlis auch hinter Bäumen oder Büschen, unter Baumrinden oder auf einem niedrigen Ast. In Kombination hiermit kann das „bleib“ trainiert werden. Ist der Hund noch nicht so weit, können sie natürlich auch kurz fest binden, um das Futter zu verstecken oder ihn von einer weiteren Person so lange festhalten lassen. Nun lassen sie den Hund mit Hilfe seiner Nase die Beute suchen und können zugleich das Kommando „such“ einführen.

Das gleiche funktioniert auch mit Personen. Gehen mehrere Familienmitglieder oder Freunde gemeinsam mit dem Hund spazieren, kann einer sich verstecken und dann gesucht werden. Bis der Hund das Spiel verstanden hat, sollte sich zuerst immer nur eine Person verstecken und der Hund mit sehr viel Lob und Futter für seine Suche bestätigt werden. Der Schweregrad kann mit der Anzahl der Verstecke und der Distanz dazwischen variiert werden.
Für erfahrene Suchnasen können auch Futterbeutel oder Spielsachen versteckt werden.

Nasenarbeit erfordert sehr viel Konzentration, deshalb sind zwei bis drei Durchgänge durchaus ausreichend um den Hund nicht zu überfordern und die Motivation hoch zu halten.

Auch in unserer Hundeschule bieten wir immer wieder Kurse zur Nasenarbeit an. Bei Interesse bitte melden.

Gehorsamsübungen auf dem Spaziergang

Gehorsam und Unterordnung klingen nach Strenge und Disziplin und nicht nach Spaß, allerdings muss das nicht so sein.

Auf dem Spaziergang können spielerisch alle wichtigen Übungen trainiert werden und der Hund wird zugleich körperlich und geistig ausgelastet.

Probieren sie zum Beispiel einmal, ob ihr Hund die Übungen „sitz“ und „platz“ auf unterschiedlichen Untergründen durchführt, also auf dem Schotterweg, der hohen Wiese, dem Waldboden oder auf einem Baumstamm.

Außerdem kann man sich seinen eigenen Parcours erstellen und den Leistungsstand des Hundes testen und verbessern. Zum Beispiel macht der Hund am ersten Baum „sitz“, geht bis zum nächsten Baum „fuß“, bleibt dort sitzen bis sie bei der Bank angekommen sind und ihn abrufen usw.

Sie werden sehen wie viele Varianten Ihnen einfallen und der Spaß kommt ganz von allein. Bei so einem interessanten Training wird Ihr Hund schneller lernen und bereitwilliger gehorchen und zusätzlich werden die Rangpositionen gefestigt. Je mehr der Hund mit Freude für sein Futter arbeitet, desto besser wird seine Beziehung zu Ihnen und die Bereitschaft Befehle auszuführen wird gestärkt

 

Apportieren mit dem Hund

Gerade junge und temperamentvolle Hunde brauchen eine sinnvolle Beschäftigung, um sich austoben zu können, aber auch für ruhigere Artgenossen kann eine Apportierübung eine schöne Beschäftigung sein.

Wichtig ist, das Apportieren richtig aufzubauen, damit der Hund mit dem Halter zusammenarbeitet.

Anfangs sollte der Hund an die Schleppleine, damit er nicht die Möglichkeit hat sich mit der vermeintlichen Beute zu verziehen.

Das Spielzeug wird für den Hund attraktiv gemacht, geworfen und sobald er es hat, wird der Hund motiviert zurück zu kommen. Tut er das nicht sofort, wird es langsam an der Schleppleine eingeholt und schon auf dem Weg zurück gelobt. Beim Besitzer angekommen kann das Spielzeug gegen ein Leckerli getauscht werden und das Spiel kann von neuem beginnen.

Zeigt der Hund kaum Interesse am Spielzeug, sollte er schon für kleine Schritte, wie Anschauen oder Beschnuppern belohnt werden.

Läuft der Hund zwar hinter dem Spielzeug her, verliert dann aber das Interesse es zurück zu bringen, sollte man ihn erst dafür belohnen, dass er es ins Maul nimmt und dann in die Hand oder vor die Füße fallen lässt.
Anschließend sollte die Distanz nur langsam vergrößert werden, also das Spielzeug erst nur ein paar Meter weit geworfen werden.

Zum Apportieren eignet sich ein Futterbeutel besonders gut, denn der Hund erlangt nur Futter daraus, wenn er ihn zum Halter zurück bringt.
Anfangs wird der Hund aus dem Beutel gefüttert, dann wird dieser geworfen und er wird wieder mit Futter daraus belohnt, wenn er ihn zurück gebracht hat.

Futterbeutel gibt es in jedem Hundegeschäft, als Alternative eignet sich auch ein gewöhnliches Schulmäppchen.